Eine Tochter!
Jo, wie immer etwas verspätet hier mein aktueller Bericht zur Schwangerschaft, und der hats wirklich in sich, denn Conny ist nicht mehr schwanger :DIch habe ja beim lezten Mal geschrieben das ich nach Riesa fahre um die lezte Zeit der Schwangerschaft bei ihr zu sein (zu der Zeit war sie schon über dem erechneten Geburtstermin).
Und was soll ich sagen, meine Tochter hat wirklich nur auf mich gewartet :) (habe ich schon erwähnt das sie die Intelligenz ihres Vaters hat?...) *eingebildet_die_nase_in_die_luft_streck*.
Einen Tag nach meiner Ankunft war es dann so weit. Früh noch eben zum Frauenarzt: Nachdem Conny auf dem lustigen Stuhl platznehmen durfte damit der Arzt kucken konnte ob sich denn schon der Muttermund geöffnet hatte, hat er uns dann gleich ins Krankenhaus geschickt. Ok, wir durften uns 1-2 Stunden zeit lassen bis wir da sind. Also haben wir erstmal nen gemütlichen Stadtbummel gemacht, naja mit Wehen fluscht der Eisbecher besser in den Magen, außerdem haben wir die Zeit genuzt um Connys Schwester beim Handykauf zu beraten. Nachdem ihre Mutti dann von der Arbeit gekommen war, hat sie uns sogar ins Krankenhaus gefahren, nachdem wir bei ihr zu Hause Connys Tasche für die nächste Woche zusammengepackt hatten ^-^
14.00 Uhr
Im Krankenhaus angekommen, sind wir gleichmal durch den Notaufnahme-Eingang marschiert. Zwar war der "richtige" Eingang nur ein paar Meter weiter, aber wir dachten uns: "Nö, heute ist uns das auch egal". Als wir an den grimmigen Gesichtern der Notfalldienste vorbei waren gings zur Anmeldung. Dort wurden wir dann alle (Nagut, nur Conny und ich) erstmal ziemlich wütend, denn wenn die Anmeldedame einfach mal die Ruhe weg hat, kann man in der Situation doch schonmal nervös werden. Naja anmerken lassen haben wir uns das natürlich nicht.
In den Krankenhausakten stand dann später geschrieben das Conny stehend eingeliefert wurde (es gab noch sitzend und liegend zur Auswahl). Irgendwie hatte ich immer diese Version die Fahrt zum Krankenhaus im Kopf, die man manchmal so aus Filmen kennt: Die Frau wird mit tierischen Wehen, schreiend und fluchend, in lezter Minute, mit dem Taxi direkt in den Kreissaal gefahren, wobei sie fast unterwegs entbunden hätte, und der Taxifahrer nimmt aus solidarität kein Geld für die Fahrt (aber dafür für den versauten Sitzbezug...). Hm, naja hätte wirklich was gehabt, diese Vorstellung, aber was solls...
So, also dann durften wir hoch in den 3ten Stock. Dort angekommen und nach Anmeldung auf dieser Station ...^^... verabschiedete sich Connys Mutti von uns und wünschte viel Glück. Die Wehen wurden stärker und wir beide dachten, jetzt muss es ja bald los gehen, juchu. Dann kam Conny erstmal ans CTG. Diese ca 30-minütige Messung kam mir wie 3 Stunden vor, zumal auch niemand zwischendurch nachsehen kam ob denn alles in ordnung sei. Für Conny waren die Wehen die jetzt wärend der Messung kamen schon das höchste der Gefühle, naja für mich irgendwie auch. Da Conny die Zahlen auf dem CTG nicht sehen konnte, war ich der Meinung ich müsse ihr sagen wie stark die Wehen jetzt sind. Ich: "Da, das ist jetzt ne große Wehe." Conny: "Jaaa, das weiß ich doch alleine!"
Als sich die Schwester dann den CTG-Bericht angesehen hatte, kam die Ernüchterung: "Och, das kann noch dauern, da ist noch nichts weiter zu sehen. Soviel zum Höchsten der Gefühle... :)
Als nächstes Folgte eine Beratung bei ner Ärztin. Nachdem wir bei allem brav zugestimmt hatten, Augentropfen für das Kind nach der Geburt, Archivierung von Connys Krankenhausdaten und das Conny nen Einlauf bekommt ^^ , durften wir erstmal ne Stunde im Flur auf und ab gehen. Dazu mußte ich sie schon ganzschön anspurnen, denn für Conny waren die Wehen bis jetzt schon das höchste der Gefühle....
17:00 Uhr
Nachdem es mit dem Laufen schon gar nicht mehr ging und einem weiterem CTG, gings entlich in den Kreissaal, und ich dachte, nun ist es ja entlich so weit; Pustekuchen....
18:00 Uhr
Positives zum Kreissaal: Irgendwie hatte ich mir immer nen weißen, stirilen, kalten, mit Fließen zugemauerten Raum vorgestellt, in dem viele komische Geräte stehen die alle dafür erdacht waren Schmerzen und Alpträume zu verursachen, mit einem kleinen, kalten, unbequemen Bett in der Mitte, an dem Arm- und Fußhalterungen angebracht waren. Naja steril war der Raum bestimmt, aber er kam einem nicht so Gruselig vor wie ich erwartete hatte. Da waren kaum Gerätschaften: Ein PC, ein Radio und ein.... na?... genau, ein CTG :D. Außerdem war das Bett ganz und gar nicht, Krankenhausbett-artig, sondern hatte für mich mehr Ähnlichkeit mit einer Couch, nur ohne Lehne drann.
Jetzt zum Negativen: Außer uns war niemand im Kriessaal, nur die Hebamme die alle 15 Minuten oder so mal nachsehen kam. Ich hatte mir vorgestellt, man kommt da rein und dann warten da auf einen 5 Ärzte und 10 Hebammen, wobei 9 allein dafür da waren sich um den hüperventilierenden, kurz vorm abklappen stehenden Mann zu kümmern.
Nichts von Alledem, stattdessen beginnt nun das Warten. Naja für mich, denn für Conny waren die Wehen jetzt das höchste der Gefühle und sie fing auch schon langsam an lauter zu werden.
Ich war dafür zuständig Tee zu holen, was mir auch ganz recht war, so kam ich hin und wieder raus aus dem Raum in der eine Frau lag die pustend, stöhnend und hechelnt für akustische Untermalung in der Geburtenstation sorgte, außerdem verkürzte es das Warten wieder etwas.
Eigentlich sollte ich Conny den Tee bringen und nich alleine trinken, aber irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass sie jetzt nichts mehr trinken darf.
20.00 Uhr
Im Radio läuft irgend son "Sommerhit"
Die Hebamme macht mich darauf aufmerksam das der Tee nich nur für mich gedacht ist.
Schwubs... war sie auch schon wieder weg.
Entlich taucht mal eine Ärztin auf. Der ganze Auftritt dauerete ca. 3 Minuten, kurz, nur um mal nachzusehen wie weit sich denn bis jetzt der Muttermund geöfnet hat. Wow, ganze 5 cm, das heißt ja nur noch weitere 5 cm bis es soweit ist ^^. Naja, wenigstens hat sie uns gesagt das es nun nicht mehr so lange daueret, denn jeder weitere cm geht immer schneller. Na wenigstens was. Außerdem bekam Conny ein wehenförderndes Mittel, da es laut CTG irgendwie noch nicht so voran geht. Komisch, denn laut Conny sind die aktuellen Wehen schon das höchste der Gefühle.
21.00 Uhr
Im Radio läuft irgend ne Schnulze.
Die Hebamme verabreicht Schmerzmittel, sie muss wohl mitbekommen haben das im Kreissaal eine Frau liegt die gerade die ganze Station zusammenschreit.
Mitlerweile ist Conny so weit das sie am liebsten abrechen würde. Sie kann kaum 5 Minuten auf einer Seite liegen, dann muss das CTG wieder neu gerichtet werden. Also muss ich immer wieder raus, die Hebamme rufen, naja so ist die wenigstens mal öfter da...
Mich nimmt das Ganze irgendwie auch mit, denn leider kann man nichts weiter machen als dasitzen und zusehen wie seine Freundin daliegt und die größten Schmerzen hat. Für mich war das die schlimmste Zeit, da es doch ganzschön an die Grenze zum psychisch Aushaltbaren geht.
Eigentlich dachte ich, ich sei da um Conny zu unterstützen (Händchenhalten und so) aber jetzt war es eher so das sie mich aufheitern mußte.
Was durch Sachen wie "Wir schaffen das schon" ziemlich gut ging.
Außerdem sollte ich den großen Plüsch-Storch, der hinter Conny drohnte verkloppen. Irgendwie hatten diese kleinen Flattermänner, in dem Augenblick, keine Symphaty mehr bei ihr. Das ganze fand ich dann doch wieder ziemlich lustig.
Irgendwie hat sie ständig das kräftige Atmen vergessen das sie ja eigentlich die Wehen erleichtern soll. Stattdessen schreit sie lieber wenn die Wehe kommt und schläft wenn sie wieder weg ist. Darum hab ich so weit versucht wie es ging mit ihr zusammen zu Atmen damit sie es nicht wieder vergisst beii der nächsten Wehe. Außerdem habe ich ihr den Rücken massiert und da konnt ich ihr ja doch ein wenig helfen.
22.00 Uhr
Im Radio läuft irgend n Charthit.
Schichtwechsel. Eine neue Hebamme kommt, die andere geht nach Hause. Sie verabschiedet sich bei uns und bedankt sich bei mir das ich entlich mal ein werdender Vater bin der nicht totale Nervosität verbreitet und wie ein aufgescheuchtets Huhn alle Schwestern verückt macht. Wenn Die wüsste; innerlich war ich fast am explodieren, da ich es zu der Zeit nicht verstanden hab das man so lange auf sich allein gestellt ist, in sonem blöden, leerem Kreisaal. Naja, den Spruch fand ich trotzdem ganz toll und ich hab mich wieder abreagiert. Und im Nachhinein fand ich die Hebamme auch gar nicht so schlecht wie in dem Augenblick, eigentlich war sie ja ganz nett und so.
Conny verlangt nach mehr Schmerzmitteln: "Gebt mir Drooogen, pummt mich zu". Vergebens, naja irgendwie gefiel der Hebamme die Vorstellung nicht, das unser Kind total zugedröhnt auf die Welt kommt...
Sie mußte sogar nochmal auf Toilette, also CTG-Kabel ab und raus mit ihr ausm Kreisaal. Ich dachte schon, wenn das Kind jetzt kommt dann wär das n ganschöner Griff ins Klo...
Nach letzten Bekenntnissen wie: "Das war das lezte Kind" oder "gebt mir die Kugel..." passieret es entlich: "Ich glaube meine Fruchtblase ist geplazt"
Nun war ich aber in der Predulie. Sag ich das den Schwestern? Die müssen doch schon total genervt sein vom vielen CTG neu richten. Nach ein wenig Bedenkzeit, habe ich dann beschlossen, dass das vieleicht ne wichtige Information sein könnte.
Und zu meiner Freude wars auch Eine. Es ging jetzt wirklich los, und das war auch gut so, denn die Wehen jetzt waren für Conny schon das höchste der Gefühle.
Und schon war die Hebamme sammt Ärztin da und Conny durfte pressen. Nicht lange und man konnte schon einen Teil vom Köpfchen sehen, er (der Kopf) hatte Haare, ganz viele. Naja ich habe ja auch schwarze Haare ^^ und da sagte die Hebamme gleich "ganz der Papa... auch die Locken ganz der Papa... und der Bart ganz der Papa" (Dabei hat sie gar keine Locken, und ich auch nicht..). Ein paar mal pressen später konnte die Hebamme den Kopf schon greifen und mithelfen ihn rauszudrücken. Sah ganz schön heftig aus, wie da an das kleine Ding rumgezert wurde. So langsam wurden die Wehen schwächer und Conny musste das Pressen verstärken. Ein paar Schreie und Presser später war der Kopf komplett da und sie konnten den ganzen Körper rausholen.
22.20 Uhr
Da lag es nun, das kleine Etwas, das nicht wußte was es von der ganzen Prozedur zu halten hatte. Aber wir waren glücklich, und es stimmt, man vergisst sofort alles was vorher war!
Es ist eine Tochter. Und ne süsse hübsche und intelligente noch dazu. Hab mich gleich verliebt.
Im Radio läuft "Nothing else matters" ...Perfekt.
Jetzt durfte ich noch die Nabelschnur durchschneiden. Na das war gar nicht so schlimm wie ich dachte.
Die Kleine wurde dann Conny in den Arm gegeben, und am liebsten hätte ich sie mir gleich geschnappt, aber ich wollte es ihr gönnen, denn schließlich hatte sie in den lezten Stunden ja auch hin und wieder einen etwas unangenehmes Ziehen im Bauch, ich glaube auch das es ihr kurz mal wehgetan hat....
Dann wurde die Kleine in einem Eimer gebadet. Der soll besser sein als eine Wanne, da er den Mutterleib näher kommt und sich die Kleinen darin wieder fast fühlen wie in Mamas Bauch.
Ich durfte dabei gleich dieses Polaroid machen

Dann wurde noch schnell über die Schreibweise des Namens abgestimmt und Isabell Evelyn, mit Isabell als Rufnahmen offiziell in die Krankenhaus-Bettkarte eingetragen.
Jetzt wurde sie gemessen, gewogen und ein Fußabdruck gemacht. Das kam wieder alles auf die Karte.
Dann durfte ich die Kleine Isa zum ersten Mal anziehen.
Naja was macht man da wenn man zwei linke Hände hat und einem so ein winziges aber sehr lautes Organ anschreit? Na einfach loslegen. Diese blöden Krankenhaussachen sind ziemlich umständlich zu handhaben, da sie alle irgendwo rumflattern und ich nicht wirklich wußte was ich damit machen sollte. Aber die Schwester hat mir geholfen und so ging alles ganz schnell.
In der Zwischenzeit wurden Connys Wunden genäht, denn sie ist wärend der Geburt gerissen. Aber ich war mir sicher das Conny auch das überstehen wird, so tapfer wie sie bisher war.
Danach wurde dann noch das ofizielle Foto gemacht das auch noch auf die Krankenhauskarte kam.
Und so sieht sie aus:

Sehen wir nicht glücklich aus? ^^
Isabell wurde dann noch in ihr Bett gelegt und ins Babyzimmer gebracht. Dann durfte Conny in ihr Zimmer gehen und ich nach Hause.
So also wie gesagt, unsere Tochter ist da und das hier Geschilderte ist wohl eine Sache die wir nie mehr vergessen werden.

2 Comments:
Wow also ich bin begeistert solche gefüghlsvollen Zeilen von einem Mann, wirklich ganz toll geschrieben ich wünsche euch dreien und natürlich euren Miezen eine schöne gemeinsame Babyzeit, und freue mich bald wieder neues zu lesen.
LG Jessy mit Mikey &Damian
Danke für das Lob!
Ich hab mich auch sehr bemüht alles was mir eingefallen ist aufzuschreiben.
Ich habe mich dazu entschlossen ab jetzt nur noch Fotos zu veröffentlichen, da es sonst ja nie ein Ende geben wird. Aber eventuell werde ich irgendwann wieder weiter schreiben, wer weiß....
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